Brauchtum

 

Beides braucht eine große Portion Idealismus und Standfestigkeit. Der Würmtaler-Stamm hat es über viele viele Jahre bewiesen und gepflegt. Brauchtum muss gelebt werden, und das tun wir im Jahreszyklus:

 

Die Hausweihe am Dreikönigstag ( 06. Januar)

Ein schöner alter Brauch – der Pfarrer spricht das Gebet, segnet Haus und Bewohner, ein bißchen Weihrauch muss natürlich auch dabei sein und anschließend schreibt der Hausherr – der Strohmeier Lenz – mit Kreide die
neue Jahreszahl zum Kaspar + Melchior + Baltasar.

Anschließend sitzen die Mitglieder natürlich noch bei Kaffee und Brotzeit gemütlich im weihnachtlich geschmückten Vereinsheim beisammen.

 

 

Musikalischer Frühschoppen / Wirtshaussingen / Hoagarten

Bei allen drei Veranstaltungen dreht es sich natürlich um die Musik, um Gesang und Gemeinsamkeit.

Zweimal im Jahr (jeweils Frühjahr und Herbst) werden die Bruder-Vereine bzw. die Ortsvereine eingeladen, am Musikalischen Frühschoppen teilzunehmen. Eine zünftige Blasmusik in kleiner Besetzung sorgt für gemütliche Stimmung bei einer bayerischen Brotzeit. So mancher „Frühschoppen“ endet dann mit dem „Nachmittagskaffee“ !!

 

 

Seit einiger Zeit wird auch wieder das Wirtshaussingen gepflegt. Ernst Schusser vom Bayerischen Volksmusikarchiv lädt die Besucher mit seiner
„Ziach“ und einem Heftchen mit Liedern zum Mitsingen ein – und diese Abende sind jedes Mal ein ganz großer Erfolg. Es ist erstaunlich, wie konzentriert und begeistgert mitgesungen wird, um traditionelles Liedgut zu erhalten

 

Etwas ganz Besonderes ist natürlich der Hoagarten. Ganz zwanglos spielen die eingeladenen Sänger und Musikanten auf, es gibt kein Programm, keine Reihen­folge, keine Vorschriften. Wer gerade Lust hat, nimmt sein Instrument und spielt. Junge Sänger und Musikanten haben hier oft zum ersten Mal Gelegenheit, Ihr Können zu zeigen, und auch langjährig erprobte Gruppen musizieren einfach aus „Spass an der Freud“. Mit Erfolg !

 

 

Der Maibaum

das Traditions-Stangerl, wie er liebevoll genannt wird - ist ein wichtiger Bestand­teil im Brauchtum, speziell in Bayern. Alle vier Jahre muss der Maibaum erneuert werden, und viele Monate vor dem 1. Mai beginnen die Vorbereitungen.

Der erste Baum im Anwesen des Bachbauernhofes wurde 1996 vom Hausherrn gestiftet – und 2004 wurde wiederum ein neuer Baum aufgestellt.

 

Und so läuft es ab: Bereits im November des Vorjahres muss der Baum im Wald ausgesucht, gefällt, geschäpst und im Wald gelagert werden. Mitte April ist es dann soweit. Der Baum wird auf den Bachbauernhof gebracht, und viele fleißige Hände sind nötig, um ihn vorzubereiten, zu streichen und zu verzieren – und damit beginnt die gefährlichste Zeit. Maibaum-Stehlen hat nämlich auch Tradition.

 

Aber bis jetzt ist den Würmtaler Trachtlern noch kein einziger Baum gestohlen worden.

 

 

Am 1. Mai wird dann der schön geschmückte Baum traditionsgemäß von den Pasinger Burschen und Männern mit den „Schwaiberln“ aufgestellt, gesichert von der Feuerwehr, und nach knapp 2 Stunden von den Böllerschützen und der Blaskapelle begrüßt. Das anschließende Maibaumfest mit Blasmusik, Auftritten der Trachtenjugend, einem Holzsägewettbewerb bei Speis und Trank findet immer großen Anklang in Pasing, auch wenn das Wetter nicht immer auf unserer Seite ist. Und für die nächsten vier Jahre grüßt es wieder weiß / blau vom Bachbauernhof

 

 

Das Böllern zu gewissen Anlässen

Die erste Böllerschützenkompanie Pasing besteht aus den vereinszugehörigen Böllerschützen des Vereins D’Würmtaler-Stamm und der Schützengesellschaft Grabenfleck. Es wird das neue Jahr am 1. Januar am Gräßbergerl in Pasing mit einigen Böllersalven „angeschossen“, die Fronleichnamsprozession wird mit einer Böllersalve begleitet, bei kirchlichen Festen wird zu Wandlung während der Messe geböllert, die Wallfahrer von Pasing nach Andechs werden in Andechs mit Böllern begrüßt, zum Ende des Münchner Oktoberfestes treten die Schützen in Aktion – und manchmal wird auch das Totengedenken mit einer Salve abge­schlossen. Es gehört einfach dazu !

 

 

Prozessionen

gehören zur Religion und zu Bayern genauso wie die Marienverehrung und die Wallfahrt. Ob Fronleichnams- und Lichterprozession, Wallfahrt oder Festlich­keiten zu Ehren der Patrona Bavaria – die Trachtler sind immer in sauberer Tracht dabei.

 

 

Auch das Totengedenken nimmt einen wichtigen Platz im Leben eines Vereins ein. Trauerbänder an der Vereinsfahne werden sorgfältig ergänzt und bei ent­sprechenden Anlässen an die Fahne angehängt – zum Beispiel beim Jahrtag für verstorbene Mitglieder, bei Feierlichkeiten zum Volkstrauertag oder bei Beerdi­gungen.

 

 

Und zum Ende des Jahres kommt die Weihnachtsfeier. Sie soll in einem besinn­lichen Teil zum Einstimmen auf das Weihnachtsfest beitragen – und danach bei der Versteigerung die Vereinskasse ein wenig aufbessern. Beides gelingt recht gut – in den letzten Jahren haben wir den musikalischen, ruhigen Teil immer selbst gestaltet, ohne fremde Musikgruppen, aber das muss ja nicht immer so sein. Wir lassen uns einfach überraschen. Meistens hat der Nikolaus auch noch mahnende Worte parat, aber für die Kinder ist immer ein Säckchen dabei.

 

 

Und somit schließt sich der Jahreskreis – getragen von Tradition, Brauchtum und vielen fleißigen Helfern im Verein.